Warum wir Trump (und all die anderen) irgendwie verdient haben

Zeit, sich in der politisch korrekten Empörungsecke mal wieder unbeliebt zu machen. Finde ich. Nichts ist zur Zeit einfacher, als sich über den neuen amerikanischen Präsidenten aufzuregen. Oder lustig zu machen. Oder komplett die Fassung zu verlieren. Und nicht nur über den. Es gibt ja um die Ecke am Bosporus noch den Sultan Recep Tayip und weiter östlich den Zar Vladimir. Ach ja, und die anderen Herrschaften: Orban, Le Pen, Wilders, Farrage, Kaczinsky und wie sie noch alle heißen. Man vergisst glatt die traditionellen Krisenherde der letzten Jahrzenhnte. Irgendwo muss da ein Nest sein – es kann einem Angst und Bange werden. Wirklich.  Da hilft auch die gute Nachricht nicht viel, dass sich die AfD im eigenen Haus gerade selbst zerlegt und mit etwas gutem Willen bis September noch die Fünfprozenthürde durchbricht. Von oben. Weiterlesen

Das Leben ist schön.

Neulich hatte ich mit meinem Sohn (20 Jahre alt) ein schönes abendliches Vater-Sohn Gespräch. wir saßen zusammen beim Spanier, haben Tapas, Brot und Aioli gegessen und über das Leben gesprochen.

Ein Satz von ihm, der mich besonders berührt und nachdenklich gemacht hat, war: „Weißt Du, was ich total geil finde? Das Leben, die Menschen, die Zusammenhänge zwischen den Dingen – das alles ist so unfassbar komplex und miteinander verwoben, das flasht mich total! Ich kann gar nicht genug davon kriegen.“
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Bruttonationalglück

Neulich stolperte ich über einen Artikel im Time Magazine. Es ging um das kleine Land Bhutan und seinen GNH (Gross-National-Happiness) Index. Ökonomisch-materiell sozialisiert, wie ich nun mal bin, musste ich erst einmal schmunzeln und dachte so: „Ach ja, die Buddhisten. Irgendwo am Arsch der Welt mag das ja gehen, dass man Glücklichsein als Indikator für den Erfolg einer Nation her nimmt…“ Beim zweiten Nachdenken wurde mir schnell klar, wie bescheuert dieser Gedanke ist.

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Die Expertenkrise

Seit geraumer Zeit frage ich mich mehr oder weniger täglich, ob wir nun eine Krise haben oder nicht, bzw. was für eine Art Krise das ist, mit der wir es aktuell zu tun haben. Ich neige dazu, die erste Frage mit Ja zu beantworten. Bei der zweiten Frage wird es schon schwieriger. Ist es eine Finanzkrise? Oder eine Euro-Krise? Beide Antworten mögen auf der Symptomebene zutreffen. Ich glaube aber inzwischen, dass die Krise, mit der wir es tatsächlich zu tun haben, eine Expertenkrise ist. Weiterlesen

Von schwierigen Zeiten – Last und Chance zugleich

Ich weiß nicht wie es Ihnen zur Zeit geht, aber ich fand – und finde – die Zeiten, wie sie so schön genannt werden, gerade ziemlich anstrengend und herausfordernd. Manchmal auch richtig mühsam. Selbst der unglaubliche Aufschwung, in dem unser Land gerade erblüht, will sich nicht so ohne weiteres bei mir melden. Er ziert sich, möchte umworben und gebeten werden, wie eine zögerliche Braut, um deren Hand man anhält. Vielleicht ist dieser Vergleich ja gar nicht so schlecht: Weiterlesen