Chaos und Hoffnung

Was in vier Wochen so alles passiert; man weiß gar nicht mehr, wie man alles verstoffwechseln soll. Rücktritte (Koch-Mehrin), aberkannte Doktortitel (Veronika Saß), ein toter Top-Terrorist (bin Laden), peinliche Personalspielchen in einer Nischenpartei (FDP), ein Abstieg aus der 1. Liga (Eintracht), U-Haft für den Weltwährungshüter (Strauss-Kahn) und eine Versöhnung im nahen Osten (Hamas / Fatah). Und das sind nur die Highlights. In Libyen und Syrien werden weiter Zivilisten erschossen und der Rest der Welt ringt mit der Frage, was jetzt richtig und gut wäre. In Ägypten ist die Revolution dazu übergegangen, ihre häßliche Fratze zu zeigen und koptische Christen und Muslime bringen sich gegenseitig um. Japan versucht, aus der Schockstarre herauszukommen und sich wieder aufzurappeln. Wir Europäer sorgen uns um den Euro und nicht wenige suchen ihr Heil in einer neuen Kleinstaatlichkeit. Dänemark schreitet wacker voran und führt wieder Grenzkontrollen ein. Das ist das, was wir sehen. Das sind die Nachrichten. Hinter jeder Nachricht verbergen sich Geschichten und Schicksale und diese Geschichten und Schicksale stehen in einem größeren Zusammenhang. Der Begriff der Globalisierung bekommt eine neue, umfassende Bedeutung. Die Welt ist im Umbruch, ist dabei, sich zu verändern in einer Art und Weise, wie sie unsere Generation noch nicht erlebt hat. Wir erkennen, dass es gar nicht möglich ist, sich rauszuhalten, was wir doch am liebsten täten. Wir haben gelernt: „Die Welt ist schlecht“. Ein machtvolles Mantra. Die größten Gegner der Zukunftsgestaltung sind unsere eigene Angst und Feigheit. Die verhindern erfolgreich, dass wir unsere Verantwortung erkennen und handeln. Ich bleibe zuversichtlich: Die Chancen auf eine bessere Welt waren nie besser. Wir sollten sie nutzen. Und die gute alte Hoffnung wiederentdecken. Denn die stirbt bekanntlich zuletzt.