Ist das Internet gut oder schlecht?

Schönes Fundstück in S.P.O.N: Scharfzüngig und locker desavouiert Georg Diez in seinem Artikel die typisch deutsche “Der Untergang des Abendlandes im Internet” Inszenierung. Verbitterte Autoren und gestrige Medien, werden nicht müde, das Internet für so ziemlich alles verantwortlich zu machen, was heute schlecht, vor allem aber früher besser war.

Wer genau hinsieht, hat schon längst gemerkt, das die Frage, ob das Internet an sich gut oder schlecht sei, nicht nur nicht zu beantworten ist, sondern auch noch herzlich irrelevant. Es kommt, wie bei allem, was technologiegetrieben ist, darauf an, was man daraus, bzw. damit, darin, und drumherum macht. Oder ist da jemand, der allen Ernstes behaupten möchte, dass alle Bücher gut sind, nur weil sie gedruckt und damit analog sind?

Klar ist, dass vieles, das mit dem Internet im Zusammenhang steht, diskussionsbedürftig ist und kritisch hinterfragt werden kann und soll. Was übrigens auch und gerade von all jenen, die das Internet als Fortschritt feiern und darin “leben”, eifrig und ernsthaft getan wird. Apple, Google, facebook & Co. sind nicht nur innovativ, sexy, genial und großartig, sondern auch ganz einfach an Profit interessierte Wirtschaftunternehmen mit teilweise schwindelerregender Machtfülle.

Aber das sind bzw. waren die Herren Springer, Berlusconi, Kirch und Murdoch auch. wobei deren (macht-) politische Agenda und gierige Skrupellosigkeit offenkundiger gar nicht sein kann.

Letztlich bleibt unter dem Strich als Fazit: Nur wer mitmacht, mitgestaltet und eigene Beiträge leistet, kann etwas hervorbringen. Dem Rest bleibt die Schmollecke auf der Galerie für  – wie einst Settler und Waldorf in der Muppetshow. Und um im Bild zu bleiben: Kermit, Ernie, Bert und das Krümelmonster haben mit ihrer Naivität und Neugier mehr dazu beigetragen, die Welt besser zu machen, als diese beiden Klugscheißer und Miesepeter. (mr)