Was ist eigentlich die Netzgesellschaft?

Ein Begriff, an dem man immer wieder vorbeikommt und der meistens als Synonym für „die wachsende Gruppe von Menschen, die sich im Netz (www) aufhält und darin bewegt“ mißverstanden bzw falsch genutzt wird. Tatsächlich ist die Netzgesellschaft nichts anderes als die Gesellschaft als Ganzes, zu der wir uns gerade mit rasantem Tempo hinentwickeln.Die Welt in „real“ und „virtuell“ zu unterteilen ist nämlich einer der fundamentalen Irrtümer, die dazu führen, dass wir einen Haufen überflüssiger Debatten über die Tyrannei der Transparenz, den allgegenwärtigen Kontrollverlust, (Daten-) Sicherheit und ähnliches führen. Anstatt uns langsam, aber sicher mit der Tatsache anzufreunden, dass all das längst nicht mehr zur Disposition steht – wir uns also gar nicht dafür oder dagegen entscheiden können – tun wir so, als gäbe es etwas wertvolles zu verteidigen, zu retten, zu bewahren. Aber, mal ehrlich: Sind Intransparenz und Herrschaftswissen wirklich für alle Mitglieder einer Gesellschaft erstrebenswert? Sind Steuerung und Kontrolle wirklich zwingende Voraussetzung für erfolgreiche Führung? Waren unsere persönlichen Daten ohne google, facebook & Co. wirklich sicherer als sie es jetzt sind? Sind traditionelle Medien wirklich weniger manipulationsgefährdet als twitter und blogs? Ich meine, die Antwort auf alle diese Fragen ist: nein.

Der Begriff Netzgesellschaft steht nicht für die digital Natives – auch wenn sie zu den Treibern der Entwicklung gehören, sondern er steht für eine Gesellschaft, in der Einbezug, Beteiligung und Offenheit die Regel sind. Eine Gesellschaft, die aufhört, wesentliche Aspekte des öffentlichen Lebens zu delegieren. Die Menschen in der Netzgesellschaft wollen wissen, was gespielt wird, und sie wollen mitspielen. Nicht mehr und nicht weniger.

Und diejenigen, die sich mit Händen und Füssen wehren, müssen sich fragen lassen, warum? Mein Vorschlag: Lasst uns herausfinden, wie wir diese Netzgesellschaft gestalten und ihre Möglichkeiten sinnvoll nutzen können.