Alle Jahre wieder

Es ist wieder soweit. Weihnachten steht vor der Tür (und zwar vor jeder, die man aufmacht, ob man will oder nicht). Im Radio laufen die gesammelten Tiefpunkte des Schaffens ansonsten von mir sehr respektierter Künstler – Paul Mc Cartney, Bryan Adams, und wie sie alle sonst noch so heißen. Ich bin mir gar nicht sicher, ob ich wirklich wissen will, wer sich alles hat hinreißen lassen, sämtliche guten Vorsätze seines musikalischen Schaffens in die Tonne zu treten, um endlich auch einen Weihnachtshit zu haben. Da fällt mir auf, wenn man dieses Wort genau liest, sieht man, das da auch der Wortbestandteil shit drinsteckt – interessanter Zufall. Oder doch programmatisch? Egal, ich mache mir Sorgen. Und zwar um mich. Je mehr Bells jingeln, je whiter das Chrtistmas und je penetranter die Triangeln zum Geklapper der Rentierhufe schallen und sich das Ganze dann noch mit dem penetranten, allgegenwärtigen Geruch von Zimt, Lebkuchen und Glühwein vermischt, desto mehr verdichten sich in mir Gewaltfantasien von in Massen gemordeten Rentieren, auf deren gigantischem Grab sich ein mittelgebirgsformatiger Haufen von Schlitten, roten Pappnasen und Glöckchen auftürmt. Drum herum steht eine 5-stellige Armee von Weihnachtsmännern, die sich an den Bärten festhalten. Das Ganze wird dann in glühweinfarbenen Kunstharz gegossen als ewiges Mahnmal des schlechten Geschmacks, als Pilgerort für Ruhesuchende – als ein Ort, wo das akustische Weihnachten für immer verstummt ist.

Das Leben ist schön.

Neulich hatte ich mit meinem Sohn (20 Jahre alt) ein schönes abendliches Vater-Sohn Gespräch. wir saßen zusammen beim Spanier, haben Tapas, Brot und Aioli gegessen und über das Leben gesprochen.

Ein Satz von ihm, der mich besonders berührt und nachdenklich gemacht hat, war: “Weißt Du, was ich total geil finde? Das Leben, die Menschen, die Zusammenhänge zwischen den Dingen – das alles ist so unfassbar komplex und miteinander verwoben, das flasht mich total! Ich kann gar nicht genug davon kriegen.”
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Bruttonationalglück

Neulich stolperte ich über einen Artikel im Time Magazine. Es ging um das kleine Land Bhutan und seinen GNH (Gross-National-Happiness) Index. Ökonomisch-materiell sozialisiert, wie ich nun mal bin, musste ich erst einmal schmunzeln und dachte so: „Ach ja, die Buddhisten. Irgendwo am Arsch der Welt mag das ja gehen, dass man Glücklichsein als Indikator für den Erfolg einer Nation her nimmt…“ Beim zweiten Nachdenken wurde mir schnell klar, wie bescheuert dieser Gedanke ist.

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Macht – nein danke! Führung und die Generation Y

Fundstück auf karriere.de – dem Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche:

Ein interessanter und spannender Artikel über die Abkehr der Generation Y vom Mantra des persönlichen Wettbewerbs, der Durchsetzung um jeden Preis. Waren Führungskräfte in der alten Welt noch fast durchgängig dem Motto “Es kann nur einen geben” gefolgt, zeichnet sich hier ein dramatischer Wandel ab: Das Bekenntnis zu Kooperation, zum gemeinsamen Handeln wird mehr und mehr zum Credo einer ganzen Generation.

Eine Kostprobe aus dem Artikel:

Selbstbewusst sind sie, voller Idealismus und Tatendrang. Social Media wie Blogs, Twitter oder Wikis schätzen sie, Hierarchien lehnen sie ab. Machtspiele sind ihnen zuwider, genau wie feste Arbeitszeiten. Sie lieben Freunde, Freizeit und Familie. Ehrliche Anerkennung ist ihnen wichtiger als ein schicker Titel auf der Visitenkarte.”

Eine echte Herausforderung für die Personaler vom alten Schlag ;-)

Ich bin gespannt, wie sich diese Generation im noch überwiegend von den alten Strukturen geprägten System bewähren und durchsetzen wird. Und ich bin überzeugt, dass es passieren wird. Es ist nur eine Frage der Zeit…

Hier der Linke zum Artikel:

Neue Führungskräfte-Generation: Macht – nein danke – karriere.de.

Weihnachten – alle Jahre wieder

Auch dieses Jahr werden wir wieder begraben unter einem Berg mehr oder weniger spannender Jahresrückblicke. Alles, was ein Mikrofon halten kann und einen Sendeplatz hat, versucht sich in einer möglichst spektakulären Inszenierung der Highlights des Jahres 2012 – irgendwie erinnert mich das Ganze an den Film „und täglich grüßt das Murmeltier“ – nur dass die Protagonisten wechseln. Weiterlesen

“Weg von” oder “Hin zu” – was treibt uns an?

Vergangenes Wochenende war ich auf dem “Wevent” von intrinsify.me. Viele interessante Menschen, tolle Sessions zu unterschiedlichen Themen – eine rundum schöne, bereichernde Erfahrung! Ein Thema, dass mich verfolgt, entstand in einer der letzten Sessions zum Thema Veränderung in Organisationen und war eine Arbeitshypothese zur Frage: was erzeugt in Menschen am zuverlässigsten ein Gefühl von Dringlichkeit? Dies davon ausgehend, dass Dringlichkeit eine unabdingbare Vorstufe zum Handeln ist.  Weiterlesen

Warum Schweden Europameister wird

Lange nichts mehr über Fußball geschrieben; liegt wahrscheinlich daran, dass für mich als Bayern Fan (ja, is ja gut, ich steh dazu) die letzten Wochen nur bedingt lustig waren. Aber jetzt kommt ja die EM in Polen. Und in der Ukraine. Oops, da war doch was – irgendwas mit Menschenrechten und Demokratie. Na ja, Michel Platini hat es klar formuliert: Wir machen Fußball und keine Politik. Weiterlesen

Frühlingsgefühle

Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Frühling, das ist die Jahreszeit, in der die Temperaturen steigen, die Farbe Grün in der Natur allmählich wieder eine gewisse Dominanz gewinnt, die Vögel wieder zwitschern und hartgesottene Deutschländer zum angrillen blasen. Dazu passend hatte es in der Regel einen Sommer, einen Herbst und einen Winter, jeweils zu erkennen an entsprechenden Temperaturen, Witterungsbedingungen und Farbgebungen (klassisch gold für Sommer, rot für Herbst und weiß für Winter).
Seit einiger Zeit ist die Erkennbarkeit der Jahreszeiten ohne einen Blick auf den Kalender nicht mehr so eindeutig möglich. Weiterlesen

Ein paar Gedanken zum Thema Integration

Nein, ich möchte hier nicht Thilo S. und seine verquasten Thesen wieder aufwärmen. Ich möchte auch nicht der Frage nachspüren, wieviele unserer migrationshintergründigen Mitbürger nun tatsächlich integrationswillig sind oder nicht. Mich interessiert auch nicht, ob die Piraten regierungsfähig sind. Oder ob Occupy ein gemeinsames inhaltliches Ziel hat oder nicht. Oder, oder, … Weil all diese Fragen insofern falsche Fragen sind, als der Streit darüber letztlich verhindert, endlich darüber zu reden, warum unsere Gesellschaft seit Jahren in zunehmendem Maße Parallelgesellschaften produziert. Weiterlesen

Was weiß denn ich?

Wir leben in der Wissensgesellschaft. Sagt man gemeinhin. Und häufig kommt dann als nächstes der als Beleg gemeinte Hinweis, dass das ja so sei, weil jetzt alle (zumindest die mit Internet) jederzeit Zugriff auf alle existierenden Informationen haben. Ich frage mich dann, ob Wissen tatsächlich nur die Verfügbarkeit einer hinreichend großen Sammlung von Informationen ist, oder nicht vielleicht doch noch etwas ganz anderes dahintersteckt. Mir geht es jedenfalls so, dass ab einer bestimmten Menge an Informationen regelmäßig der Effekt eintritt, dass ich eben nichts mehr weiß. Weiterlesen